Buergerverein Neustaedter Markt e.V.

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AUFRUF: Mein Neustädter Markt

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Liebe Anwohner, liebe Leipziger,

 

Stricken Sie gerne oder wollen Sie es lernen? Suchen Sie noch nach einer kreativen Beschäftigung für die dunkle Jahreszeit gemütlich im Warmen? Dann haben wir genau das richtige für Sie: Helfen Sie uns den Neustädter Markt im Rahmen des Kunstfestes 2012 einzustricken. Werden Sie Pate und Aktionist bei einer einzigartigen kollektiven Straßenkunstaktion zum Kunstfest „Kunst am Markt“ vom 07.07. bis 15.07.2012 rund um den Neustädter Markt!

Jeder, der Lust auf Stricken oder Handarbeiten hat, kann mitmachen und eine Patenschaft übernehmen. Wählen Sie sich dafür einfach ein Objekt am Neustädter Markt (siehe Liste) oder eines, dass Sie zum Kunstfest mitbringen aus und stricken, häkeln, knüpfen oder knoten eine kunstvolle oder farbenfrohe Hülle dafür. Techniken, Farben und Material sind frei wählbar. Als Pate eines größeren Objektes, wie einer Laterne oder eines Baums, müssen Sie dieses nicht komplett allein einstricken. Laden Sie doch Freunde oder die Familie ein Sie zu unterstützen, gemeinsam mit einer Tasse Tee macht es gleich doppelt Spaß.

Stricknadeln sollten Sie selbst zur Verfügung haben, Wolle oder Garn bekommen Sie wenn gewünscht von uns zur Verfügung gestellt. Wir würden uns aber sehr freuen, wenn Sie diese mit eigenen Restbeständen erweitern könnten.

Haben Sie Fragen? Suchen Sie Kontakt zu anderen Akteuren? Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung. Über Woll-, und Geldspenden, gleich welcher Farbe, Materials oder Währung freuen wir uns immer. Für Spenden und Rückfragen zum Projekt wenden Sie sich bitte an:

Thorsten Hinz, Neustädter Markt e.V., Schulze-Delitzsch-Str. 19, 04315 Leipzig, Tel./Fax: 0341 6811944, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

Weitere Informationen und Beispiele für Objektpaten finden Sie hier.

 

Leipziger Osten 1981 und 2011 – vom Arbeiterquartier zum bunten Viertel*

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Vor 30 Jahren, 1981 wurde entlang der damaligen Ernst-Thälmann-Straße (Heute Eisenbahnstraße) eine soziologische Intervallstudie über die sozialen Verhältnisse und Lebensbedingungen der Stadtteilbewohner durch die Universität Leipzig durchgeführt. Unter der Leitung von Frau Prof. Alice Kahrl haben Dozenten und Student_innen der Hochschule für Grafik und Buchkunst - u.a.  die Fotograf_innen Christiane Eisler und  Harald Kirschner -den damaligen Alltag in der Ernst-Thälmann-Straße in hunderten von Bildern festgehalten und dokumentiert. In Straßenszenen, auf Hinterhöfen und im privaten Wohnumfeld wurde die DDR-Wirklichkeit schonungslos dokumentiert, was kaum verwundert, dass diese Studie zu DDR-Zeiten nicht veröffentlicht werden durfte.

2011 haben die Kurator_innen und Fotograf_innen der Ausstellung Christiane Eisler und Harald Kirschner erneut die Orte im Leipziger Osten aufgesucht und dokumentiert. In einzigartiger Weise werden so Strukturwandel und Entwicklung eines Stadtteils nach der Wiedervereinigung sichtbar.

Eine Besonderheit gegenüber den anderen Leipziger Stadtteilen ist der für eine ostdeutsche Stadt relative hohe Anteil von Bewohnern mit Migrationshintergrund, von etwa 15%. Nach einer starken Abwanderung von Einheimischen, zogen in den 90er Jahren besonders Migranten mit ihren Familien in die leerstehenden Wohnungen. Das plötzliche Ende der DDR, die folgenden struktuellen Brüche, aber auch die neue pluralistische Gesellschaft mit all ihren Möglichkeiten und Freiheiten waren Wegbereiter für das Entstehen eines Migrantenquartieres um die Eisenbahnstraße. Ehemalige DDR-Gastarbeiter, vor allem Vietnamesen, nach der Wende großteils arbeitslos geworden, hatten jetzt die Möglichkeit sich selbständig zu machen. Das Viertel bot mit seinen vielen freien und mietgünstigen Läden und Wohnungen ideale Bedingungen für Existenzgründungen. Seitdem ist der Stadteil stark geprägt von Kulturen und Lebensweisen aus dem asiatischen, afro-arabischen, türkischen und osteuropäischen Raum.

Der Zustand der Integration und des Miteinander von unterschiedlichen ethnischen Gruppen, Neuleipzigern und Alteingesessenen werden in der Ausstellung in sozialen Einzel- und Familienporträts verdeutlicht. Im Zentrum stehen auch hier wieder das Alltagsmilieu, sowie die reportagehafte Beobachtung des Stadtteils mit all seinen Facetten. Ausgehend von den Befragungen und den soziologischen Ergebnissen aus dem Jahr 1981 sind auch 2011 wieder verbale Aussagen der Bewohner zur Lebenssituation und zur Integration erweiternd zu den Bildern erhoben worden und exemplarisch in die Ausstellung integriert.

Als Begleitveranstaltung findet am Do. 22.09.2011 um 17:00 Uhr im Pöge Haus eine Podiumsdiskussion zum Thema statt. Eingeladen sind: Frau Prof. Alice Kahrl (Universität Leipzig em.), Herr Karsten Gerkens (Leiter des Amtes für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung), Henry Hufenreuter (Bürgerverein Neustädter Markt e.V.) sowie den Kurator_innen und Fotograf_innen Christiane Eisler und Harald Kirschner. Moderation: Andreas Kaufmann (Raumplaner).

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Thorsten Hinz


* Zum Auftakt der diesjährigen OSTLichter findet am Freitag dem 09.09.2011 um 11:00 Uhr im Pöge Haus ein Presstermin statt, zu dem wir Sie ebenfalls recht herzlich einladen möchten.

* Zur Ausstellung erscheinen eine Postkartenedition mit 9 Motiven aus dem Jahr 1981 sowie ein Katalog

 

 


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